Im Turm

Im Turm

 

Über das leere Feld fegt Sturm,

so weit das Auge sehen kann,

der Schnee fliegt also um den Turm,

im Turm sitzt einsam nur ein Mann.

 

Dreht er sich um, so sieht er schauernd,

den gänzlich zugefror´nen See,

umwirbelt von viel Eis und Schnee,

Scheint dieses Bild nicht sehr erbauend.

 

Im Turm ist es nur wenig warm,

die Kälte dringt ihm in die Glieder,

er wird erfrieren, denkt er lahm,

er legt sich nicht zum Schlafen nieder.

 

Er sitzt in seinem dicksten Fell,

stark zitternd vorm Kamin herum,

wünscht Wärme sich als sei er dumm,

doch ist das Feuer auch nur hell.

 

Der Winter rüttelt an den Fenstern,

Währt Fenster oder Wind am längsten?

Am Boden liegt schon reichlich Schnee,

er schmilzt nicht, füllt den Mann mit Ängsten.

 

Und mit dem Morgen nimmt der Schrecken

im Turm noch weiter seinen Lauf.

Der Mann, er lässt sich nicht mehr wecken,

kein Feuer brennt, die Fenster auf.

 

So hält der Winter einmal wieder,

ein neues Opfer in den Klauen,

er wird noch immer weiter lauern,

wird steifen andrer Leute Glieder.