Die Ruhe im Sturm

Die Ruhe im Sturm

 

Kein einz´ger Ruf des Lichts an diesem Tage,

der Wind heult grausig schön über die Felder,

ich sitze hier, bedenke meine Lage,

schau immer wieder in der Tropfen Wälder.

 

Das Trommeln stetig gleich gefall´ner Tropfen,

es dröhnt in meinen Ohr´n, es macht mich schwach,

mag das Geäst des Baums am Fenster klopfen,

es stört mich nicht, doch hält mich trotzdem wach.

 

Der Baum, er stöhnt schon unter dem Gewicht,

das man ihm aufgebürdet hat zu tragen,

auch er ruft stumm für sich nach einem Licht,

die Hoffnung lässt ihn doch nicht ganz verzagen.

 

Der Himmel weint, durchnässt die Welt mit Tränen,

er schickt der Erde neuerlich die Flut,

ich soll mich sicherlich geborgen wähnen,

weil jedermann bei solchem Regen ruht.

 

Ich hör´ des Wassers schluchzenden Gesang,

als ob vom Himmel mir ein Schlaflied klingt,

ergebe mich dem filigranen Klang,

dass bald mein Kopf auf meine Arme sinkt.